"Du bist schief gewickelt" ist eine gern genutzte Redewendung, die aus der Gruppe jener Phrasen stammt, bei denen der Humor im Mittelpunkt steht und keine wissenschaftliche Erkenntnis oder ein historischer Brauch. Scherzhaft verbindet man die aktuelle Fehleinschätzung mit der Möglichkeit, dass man als Baby falsch behandelt wurde - die Aussage der Redewendung bedeutet, dass man sich irrt und falsch liegt, hat mit dem Wickeln eines Kindes natürlich nichts zu tun.
"Du bist schief gewickelt", sagt zum Beispiel die Mutter zum Kind, wenn es um einen Streit geht und das Kind beschließt, dass die Schularbeit ohne Lernen auch erfolgreich verlaufen wird. Eigentlich müsste die Mutter sagen, dass das Kind falsch liegt, aber witzige Aussagen haben die Menschen immer schon gern verwendet, so auch in diesem Fall.
Gibt es im Büro eine heftige Diskussion, wie man die Strategie ausrichten soll und es gibt zwei kontroversielle Meinungen, dann ist bald die Redewendung im Einsatz, weil A glaubt, dass B falsch liegt oder umgekehrt. Einer der beiden ist auf jeden Fall schief gewickelt, also im Irrtum, schätzt die Lage falsch ein, überschätzt sich selbst oder ähnliches. Das gilt auch im Konkurrenzkampf von Unternehmen, wenn ein Unternehmen auf die falsche Geschäftsidee setzt und schon bald im Erfolg das Nachsehen hat.
Die Redewendung "du bist schief gewickelt" kann aber auch bedeuten, dass man falsch informiert wurde. Man bekommt eine Information und freut sich über den Informationsvorsprung, aber dieser stellt sich als falsch heraus. Auch dann ist man schief gewickelt, weil man doch nicht richtig lag und damit der Vorteil schnell zum Nachteil werden kann.
Die Redewendung ist schon eine sehr alte aus dem Volksmund und ihre genaue Entstehung ist nicht überliefert. Sie wird von Jung und Alt eingesetzt und drückt auch ein wenig Schadenfreude aus, wenn sich der andere irrt - sei es, weil man im voraus schon weiß, wie die Sache ausgeht und den Irrtum ankündigt oder sei es, weil man im Nachhinein kundtut, dass der andere falsch lag. In beiden Fällen ist es auch Ausdruck von Schadenfreude, vielleicht auch Genugtuung, weil einem selbst nicht geglaubt worden war.
Häufiger wird die Redensart aber im Voraus genutzt, weil man sein besseres Wissen in den Vordergrund rücken will. Umso befriedigender ist es dann, wenn sich herausstellt, dass man auch wirklich recht gehabt hat.
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