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Gerade in der kalten Jahreszeit passiert es durch die Abgase in den Städten immer öfter, dass sich eine Inversionswetterlage bildet. Dabei gibt es eine Inversionsgrenze, ab der die Temperatur sich entgegen der normalen Entwicklung verhält. Üblicherweise ist es oben kälter als unten, also auf den Bergen eisiger und in den Tälern und Städten milder. Bei einer Inversion dreht sich dies um und es kann zudem in den Niederungen zu Schneefall oder Regen kommen, während es auf den Bergen wolkenlosen Himmel gibt. Man spricht dann vom Inversionsschnee oder auch Industrieschnee.
Ein Beispiel aus der jüngeren Zeit ist im Dezember 2016 erfolgt, als die Raterei losging, ob es weiße Weihnachten in Österreich geben könnte. Die Prognose ging in Richtung grüne Weihnachten, weil es zu warm ist und weil es vor allem beständige Hochdrucksysteme über Mitteleuropa gibt. Kaum war die Erkenntnis in verschiedenen Medien geschrieben, schneite es in Wien und Umgebung und alle Sträucher und Bäume zeigten sich winterlich. Doch auf den Bergen gab es 100 km Fernsicht, kaum ein Wölkchen und der so sehnsüchtig erwartete Schneefall war nur mittels Fotos von früher möglich, tatsächlich gab es keinen Niederschlag.
Dies ist ein klassisches Beispiel für den Inversionsschnee, der häufig auch Industrieschnee genannt wird. Warum? Weil durch die Abgase und durch die Rückstände aus den industriellen Anlagen die Inversion gefördert wird. Bei der Inversionsgrenze bilden sich die Inversionswolken und sorgen dafür, dass es ob milder wird, während darunter die Luft immer mehr abkühlt und der Hochnebel entstehen kann. Die Grenze ist dabei je nach Region häufig um die 1.000 Meter Seehöhe erreicht.
Das heißt, dass man beim Wandern auf 1.500 Meter grüne Wiesen sehen kann und eine traumhafte Fernsicht genießt, unter dem Hochnebel ist es ständig dunkel, die Sicht im Straßenverkehr eingeschränkt und man braucht in den Räumen den ganzen Tag künstliches Licht.
Aus diesem Hochnebel heraus kann es durch das Mehr an Luftfeuchtigkeit, das nicht nach oben entweichen kann, Niederschlag geben. Im obigen Beispiel ist durch die entsprechende Temperatur der Schneefall möglich. Man spricht häufig aber auch vom Schneegrieseln oder Schneeregen und es kann auch Regen geben, wenn die Temperatur deutlich über null Grad liegt. Häufig ist in Hochnebelgebieten aber die Temperatur rund um den Gefrierpunkt angesiedelt und am Beispiel von Österreich passiert es nicht selten, dass von Linz bis Wien und von Wien bis Klagenfurt über Wochen diese Temperatur gemessen wird, während es in Innsbruck zehn Grad und Sonnenschein geben kann.
Regionale Gegebenheiten sind dabei auch mitverantwortlich dafür, wie leicht sich die Inversion bilden kann. Der Inversionsschnee ist natürlich nicht zu vergleichen mit dem normalen Schnee, der vom Himmel fällt. Zwar wird der Boden auch weiß und die Bäume sind angezuckert, aber die großen Schneemengen, die es bei oder nach einem intensiven Schneefall gibt, erreicht man damit nicht. Es gibt eine feine Schneeschicht und das war es in der Regel auch schon.
Und dieser Schnee ist kaum dazu geeignet, einen Schneeball zu formen. Es gibt nicht die übliche Struktur mit den Flocken, sondern nur wenige Millimeter an einer weißen Schicht, mit der nicht viel anzufangen ist, sehr zum Leidwesen der Kinder. Speziell in typischen Inversionswetterlagen bildet sich aber genau diese Form von Schnee, während es über dem Hochnebel klare Sicht gibt. Dort würde man sich über einen echten Schneefall freuen und vor allem wäre ein wenig Wind gut. Der Wind bringt eine Wetteränderung und löst auch den Hochnebel auf, womit die Menschen in den Tälern auch mehr Tageslicht bekommen würden - selbst wenn dann Wolken aufziehen sollten.
Rund um das Wetter gibt es eine Unzahl an Begriffen und in unserem Wetterlexikon haben wir viele davon beschrieben. Zur Orientierung sind sie in Kapitel untergliedert, sodass man sein gewünschtes Thema leichter finden kann.
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